· 

Teufelszeug Glyphosat?

Antwort zum Leserbrief „Teufelszeug Glyphosat?“ von Frau Bretting

Schwerin hat es gemacht.
Rostock hat es gemacht.
Und Neustrelitz hat es gemacht.


Sie haben beschlossen, auf den Einsatz von Glyphosat auf ihren Flächen zu verzichten.
Ihre Begründung war, dass deutschlandweit bereits 90 Städte und Gemeinden auf Glyphosat
und andere Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen verzichten.
 
Unabhängig von der Frage ob die Schädlichkeit bereits bewiesen ist, gibt es das
- Vorsorgeprinzip in Deutschland und Europa. D.h. dass kein Mittel eingesetzt werden darf, solange der Verdacht der Schädlichkeit nicht ausgeräumt ist.

Es muss also nicht bewiesen werden, dass etwas schädlich ist (amerikanisches Prinzip), sondern es muss die Unschädlichkeit bewiesen werden (europäisches Prinzip).
- Eine Dokumentation im NDR belegt die Korrelation zwischen Glyphosatresten in Futtermitteln und der Anzahl von Missbildungen und Totgeburten in der Schweinezucht
Schieben wir diesen Streit einmal zur Seite.


Nehmen wir nur die Aussagen der Hersteller selber.
Sie versprechen, dass alles was grün ist, auf dem Acker abgetötet wird.

Das stimmt. Das funktioniert.
Aber was hat das für Folgen? Es entsteht auf der behandelten Fläche eine Wüste. Es findet kein Insekt mehr Nahrung, oder Versteck oder Vermehrungsmöglichkeit. Es wird also mit Glyphosat nicht nur alles Grün abgetötet, sondern die Insekten-Populationen ausgedünnt.
Fachleute vermuten inzwischen eine Abnahme der Insektenpopulationen um 80%. Auch deshalb, weil der Nahrungsentzug für eine bestimmte Zeit von Insekten nicht zu einer anderen Zeit aufgeholt werden kann.
Die anschließende Nutzung dieser künstlichen Wüste ist mit jeder Pflanzenart eine Monokultur.
Erst wird also die Populationsdichte vermindert und anschließend durch die Monokultur die Artenvielfalt reduziert.
Und diese Monokulturen werden anschließend mit Insektiziden behandelt, von denen die Neonicotinoide auch noch in besonderem Maß bienenschädlich sind.
Vor wenigen Wochen erst hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die Bienenschädlichkeit der Neonicotinoide wissenschaftlich bestätigt.
Es geht also nicht um einen Glaubenskrieg, sondern um Verantwortung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0