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Fracking kann kein Weg für Deutschland sein!

STRASSBURG/BERLIN. „Fracking ist eine Sackgasse - keine energiepolitische Option für Deutschland“ - so die klaren Worte von Arne Gericke, Europaabgeordneter der FREIEN WÄHLER, am Rande der Straßburger Plenartagung. Allein die Tatsache, dass die Bundesregierung aktuell die Benennung einer Expertenkommission zur wissenschaftlichen Begleitung von Probebohrungen vorbereite, sei „ein handfester Skandal: Hier werden Wahlversprechen gebrochen - wer probebohrt, will später fracken“, so Gericke. Betroffen sei von der Entscheidung „ein Großteil Deutschlands: Neben dem Niedersächsischen Becken und der Niederrheinischen Bucht kommen auch andere Standorte in Frage“. Gerickes eindringlicher Appell: „Deutschland muss vom Fracking aussteigen, bevor es einsteigt. Wir brauchen ein Fracking-Moratorium.“

Der Umweltpolitiker folgt damit der klaren Linie der FREIEN WÄHLER. So hatte die Partei sich bundesweit bereits vor Jahren gegen die neue Technologie zur Abschöpfung des sogenannten Schiefergases in tiefliegenden Gesteinsschichten ausgesprochen: „Diese Ressource ist in der Tat ein Schatz - den wir uns bewahren sollten: Aktuell haben wir weder den energiepolitischen Bedarf noch die sichere, ökologisch unbedenkliche Technik zur Förderung. Das Risiko ist gigantisch - und der Mehrwert einer schnellen Förderung nur bei den großen Konzernen: Die nämlich verscherbeln das Schiefergas dann billig auf dem internationalen Markt. Hauptsache, sie machen jetzt ihren Reibach - Zukunft wird da zur Nebensache, Gemeinwohl zum störenden Objekt“.

Und als Europaabgeordneter weiß Gericke, wovon er spricht: „Der Druck der Wirtschaftslobby ist groß. Amerika scheint deren großes Vorbild und innerhalb Europas drängt man auf künstliche Konkurrenz: Wen ihrs nicht tut, dann machens halt die Anderen“. Ein Spiel, von dem sich Gericke als Mitglied im Umweltausschuss nicht beeindrucken lässt: „Mein Auftraggeber ist der Bürger - nicht irgendein Konzern. Entsprechend taub bin ich - Gott sei Dank - auf diesen Ohren.“ Und auch die wissenschaftlichn Fakten sprächen eine klare Sprache: „Unkonventionelles Fracking ist keine ausgereifte Technik. Wären wir im medizinischen Bereich: Dieses Produkt hätte nicht einmal den Ansatz einer Zulassung.“

Entsprechend kritisch sieht Gericke die von der Bundesregierung erneut angedachten Probebohrungen: „Egal ob Generalprobe oder Premiere: Es wird gebohrt - mit derselben Technik und den hohen Gefahren für Mensch und Umwelt im Umfeld.“ Das, so der Europaabgeordnete, könne „Menschen in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern nicht beruhigen“. Überall dort gibt es erreichbare Schiefergas-Vorkommen.

Gründe für seine konsequent ablehnende Haltung nennt Gericke viele: „Es ist Wahnsinn, sämtliche Grundwasservorkommen bis hinunter auf 1000 Meter Tiefe zu durchbohren und das sogenannte Frack-Gemisch aus Wasser, Quarzsand und giftigen Chemikalien hineinzupressen, dessen Tiefenwirkung wir bis heute nicht kennen.“ Es bestünden bei jeder Bohrung „unermessliche Gefahren für Mensch und Umwelt: Es gibt kein überzeugendes Entsorgungskonzept für die belasteten Abwässer. Dazu drohen regional hoher Wasser- und Flächenverbrauch, die Gefahr von Erdbeben und Bergsenkungen sowie krasse Verkehrs- und Lärmbelastung“.

Für Gericke ist klar: „Der Schutz unserer natürlichen Ressourcen, unseres Trinkwassers, hat oberste Priorität. Wir brauchen ein klares Nein zum Fracking in Deutschland und Europa. Werden wir Weltmarktführer bei power-to-gas und anderen alternativen Methoden. Und: Regionalisieren wir die Energiegewinnung durch starke, lokale Netze und die genossenschaftliche Gewinnung in dezentralen Anlagen.“

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