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FREIE WÄHLER: Lehrermangel gefährdet den Schulbetrieb nach den Sommerferien

Heute beginnt die parlamentarische Sommerpause und damit das sogenannte „Sommerloch“. An den Schulen wird es nach den Sommerferien spannend: es fehlen tausende Lehrer!

Nach Ansicht von Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der FREIEN WÄHLER muss der akute Lehrermangel endlich massiv thematisiert werden: „Die Situation in Deutschland ist dermaßen schlimm, dass nach den Sommerferien nicht überall ein geordneter Schulbetrieb möglich sein wird. Besonders in den Grund-, Förder- und Berufsschulen fehlen qualifizierte Lehrkräfte. Wir haben schon jetzt vielerorts 10 Prozent Unterrichtsausfall und es wird noch schlimmer!“

Aufgrund des Fachkräftemangels greifen viele Bundesländer verstärkt auf Quereinsteiger zurück. In Sachsen und Berlin sind bereits im laufenden Schuljahr bis zu 80 Prozent der neu eingestellten Grundschullehrer Quereinsteiger ohne Lehramtsausbildung.

Schuld an dieser Situation ist laut Aiwanger die schlechte Planung in den Bundesländern: „Die aktuell verfügbare Lehrerbedarfsprognose in NRW stammt aus 2011. Sie kann damit weder der gestiegenen Geburtenrate noch der hohen Zuwanderung Rechnung tragen. Diese Planung muss auf jährlicher Basis angepasst werden.“

Neben einer besseren jährlichen Bedarfsprognose müssen auch im Haushalt ausreichende Mittel für Lehrerstellen zur Verfügung gestellt werden und endlich mehr Lehrer ausgebildet werden. Auch die Information für Lehramtsstudienanfänger über ihre Berufschancen muss verbessert werden, sodass diejenigen die heute ein Lehramtsstudium beginnen nach bester Datenlage abschätzen können, wie hoch der Bedarf in 5 Jahren ist.

„Die jetzt beginnende Sommerpause sollten alle Parteien nutzen, um Lösungsansätze für den Lehrermangel zu erarbeiten. Besonders der Bedarf in den Grundschulen muss nachhaltig gedeckt werden. Hier kommt der pädagogischen Ausbildung ein größeres Gewicht zu als der fachlichen Eignung, weshalb der Einsatz von Quereinsteigern möglichst vermieden werden sollte“, so Aiwanger weiter.

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